Buchcover Stürmische Zeiten. Neue Kraft für jeden Tag

Leseprobe aus "Stürmische Zeiten. Neue Kraft für jeden Tag " (1998)

"When You Walk: Company and Encouragement for Ordinary Followers of Jesus Who Sometimes Find the Going a Bit Tough"

Eine neue Menschheit

Aber weil Jesus am Kreuz sein Blut vergossen hat, gehört ihr jetzt zu ihm. Ihr seid ihm jetzt nahe, obwohl ihr vorher so weit von ihm entfernt lebtet. Durch Christus haben wir Frieden. Er hat Juden und Heiden in seiner Gemeinde vereint und die Mauer niedergerissen, die trennend zwischen ihnen stand. Sie sind nun sein Volk. Als er sein Leben opferte, hat er ihre Feindschaft beendet. Denn die Mauer war das jüdische Gesetz mit all seinen Geboten und Forderungen, und dieses Gesetz hat er endgültig außer Kraft gesetzt. Durch Christus leben wir nicht länger voneinander getrennt, der eine als Jude, der andere als Heide. Als Christen sind wir eins. So hat er zwischen uns Frieden gestiftet. Christus ist für alle Menschen am Kreuz gestorben, damit wir alle Frieden mit Gott haben. In seinem neuen Leib, der Gemeinde Christi, können wir nun als Versöhnte miteinander leben.

Epheser 2, 13-16

Die Bitterkeit, mit der manche Christen über ihre Brüder und Schwestern sprechen, nimmt mir den Atem. Irgendwo in England sprach ich einmal auf einem Wochenende in einer Gemeinde, die über ein bestimmtes Thema mehr oder weniger zerstritten war. Dieses Thema war der Pfarrer. Eine Fraktion schien sicher zu sein, daß ihr Geistlicher bestenfalls nutzlos und schlimmstenfalls eine Art Agent des Teufels sei. Die andere Fraktion fand - welche Überraschung -, daß er die heiligste Gestalt in der Geschichte der Gemeinde Jesu sei.
Der Anführer der Anti-Brigade holte mich vom Bahnhof ab. Auf dem ganzen Weg zum Tagungsort klärte er mich über das Versagen des Pfarrers als Prediger auf, sein mangelndes Einfühlungsvermögen gegenüber den Gemeindegliedern, seinen Mangel an Gastfreundschaft in dem Haus, das ihm „eigens zu diesem Zweck!" zur Verfügung gestellt war, seine Unfähigkeit bei der Leitung des Kirchenvorstands und seine halsstarrige Neigung zum Sakramentalismus. Ich bat ihn, mir etwas Gutes über den Pfarrer zu sagen. Widerstrebend gab er zu, dass der Garten des Pfarrhauses neuerdings besser gepflegt sei. Doch er verdarb es gleich wieder, indem er hinzufügte, wenn der Pfarrer nur soviel Zeit mit seinen Gemeindeglieder verbringen würde wie mit seinen Blumen, wären alle erheblich besser dran. Später, am Tagungsort, wurde ich von Mitgliedern der Pro-Pfarrer-Fraktion belagert, die begierig waren, ihre Sicht der Sache vorzubringen, für den Fall, dass ich schon eingewickelt worden wäre.
Der Pfarrer erwies sich als ein sehr umgänglicher Mann, der unter der Last dieses Konflikts, den er sich offensichtlich überhaupt nicht erklären konnte, schier am Zerbrechen war. Es war ein schreckliches Wochenende. Als ich die Leute offen zur Rede stellte, war man sich vorübergehend einig, dass manches nicht so war, wie es sein sollte, doch nichts änderte sich. Ich spreche nur sehr selten über solche Dinge, aber es war, als hätte sich etwas Zerstörerisches, Böses mitten in diese Gemeinschaft hineingeschlichen. Beten wir, dass die Macht des Kreuzes Christen, die im Streit miteinander liegen, einen neuen Anfang bringt.

Gebet

Herr Jesus, du bist unser Friede. Gott verhüte, dass dein Tod umsonst gewesen wäre. Wo Bitterkeit und Zorn sind, sprich zu denen, die sich ändern müssen, und vertreibe das Böse aus den Gemeinschaften, die dazu verleitet wurden, dich aus den Augen zu verlieren.

Alle Textrechte liegen beim Brendow Verlag. Abbildung hier mit freundlicher Genehmigung.




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